bedingen


bedingen
bedingen:
Das Präfixverb hatte ursprünglich dieselbe Bedeutung wie das einfache Verb dingen (vgl. Ding, mhd. bedingen »werben, durch Verhandlung gewinnen«), später die von »vereinbaren, bestimmen«, wofür heute »sich ausbedingen« gilt (schon mhd. ūz̧bedingen). Aus der Rechtssprache gehört hierher noch die »bedingte«, d. h. durch rechtliche Bedingungen eingeschränkte Strafaussetzung; in übertragenem Sinne können auch Lob und Zustimmung »bedingt« sein. Sonst aber bedeutet »bedingen« »zur Folge haben« und »bedingt sein« »von Voraussetzungen abhängig sein«; dieser zuerst in der philosophischen Fachsprache des 18. Jh.s auftretende Sinn ist von der entsprechenden Bedeutungsentwicklung bei »Bedingung« beeinflusst. Dieses Verbalsubstantiv erscheint im 16. Jh. als »rechtliche Abmachung; Vereinbarung«, später auch als »Voraussetzung« und als »Gegebenheit, Umstand«. Auch unbedingt ist aus dem rechtlichen über den philosophischen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, es bedeutete zunächst »ohne Vorbehalt, unangefochten«, dann »absolut, unbeschränkt«, schließlich »unter allen Umständen«.
dingen
»in Dienst nehmen«: Das altgerm. ursprünglich schwache Verb mhd. dingen, ahd. dingōn »vor Gericht verhandeln«, niederl. dingen »dingen; markten, abhandeln«, aengl. đingian »bitten, verlangen; sich vertragen, beschließen«, schwed. tinga »bestellen; mieten« ist eine Ableitung von dem unter Ding behandelten Substantiv. Es erhielt im 17. Jh. starke Formen, von denen nur das 2. Part. gedungen üblich blieb, während das Präteritum dang meist auf die Präfixbildung »er bedang ‹sich aus›« beschränkt blieb. Die mhd. Nebenbedeutung »vertraglich gegen Lohn in Dienst nehmen« ist heute die einzige des seltenen Verbs. Dazu gehört als Präfixbildung bedingen (s. d.).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Bedingen — Bedingen, verb. irreg. act. S. Dingen. 1) Etwas mit einem verabreden, im gemeinen Leben. So ist es unter uns bedungen worden. Am häufigsten aber, 2) einen Vertrag wegen des Preises einer Sache machen, in welcher Bedeutung dieses Wort von dem… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • bedingen — ↑korrelieren …   Das große Fremdwörterbuch

  • bedingen — V. (Mittelstufe) etw. verursachen, zu etw. beitragen Beispiele: Der Haarausfall ist genetisch bedingt. Die Panne bedingte einen längeren Aufenthalt …   Extremes Deutsch

  • bedingen — voraussetzen; gebieten; bedürfen; benötigen; erfordern; (sich) einer Sache bedienen; auslösen * * * be|din|gen [bə dɪŋən]: 1. <tr.; hat die Ursache (für etwas) sein …   Universal-Lexikon

  • bedingen — be·dịn·gen; bedingte, hat bedingt; [Vt] 1 etwas bedingt etwas etwas hat etwas zur Folge ≈ etwas bewirkt etwas: Höhere Löhne bedingen höhere Preise; Seine mangelnde Konzentrationsfähigkeit ist psychisch bedingt 2 <zwei oder mehrere… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • bedingen — a) auslösen, bewirken, erzeugen, heraufbeschwören, herbeiführen, hervorrufen, in Gang setzen, mit sich bringen, nach sich ziehen, verursachen, zur Folge haben; (geh.): zeitigen; (bildungsspr.): provozieren; (ugs.): ins Rollen bringen. b) brauchen …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Bedingen — 1. Bedingen bricht Landrecht. – Simrock, 870; Lehmann, 61, 2; Eiselein, 63. 2. Genah bedunge un richtig bezohlt is dr beste Kummob. (Oberharz.) – Lohrengel, I, 308. Holl.: Vooraf beding maakt naderhand geen krakeel. (Harrebomée, I, 37.) 3. Genau… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • bedingen — bedingen1 Vsw zur Folge haben std. stil. (13. Jh.), mhd. bedingen, verstärkt aus einfachem dingen, ahd. t(h)ingōn, dingōn (Ding) Stammwort. Die ursprüngliche Bedeutung ist aushandeln, vereinbaren (bedingen2), daraus verursachen, zur Folge haben …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • bedingen — 1be|dịn|gen (voraussetzen; zur Folge haben); sich gegenseitig bedingen; vgl. bedingt   2be|dịn|gen (älter für ausbedingen); du bedangst; bedungen; der bedungene Lohn …   Die deutsche Rechtschreibung

  • bedingen — bedinge, usbedinge …   Kölsch Dialekt Lexikon